Konferenzen

In jährlichen Konferenzen pflegt Michaelstein den Diskurs von Aufführungspraxis, Musikwissenschaft und Musikinstrumentenbau.

Die Wissenschaftlichen Arbeitstagungen bieten ein Podium für das gesamte Gebiet der „historischen Aufführungspraxis“: Auseinandersetzung mit den innermusikalischen Aspekten, Kenntnis über äußere Bedingungen und das interdisziplinäre Umfeld.

In den Symposien zum historischen Musikinstrumentenbau stehen einzelne Instrumentenfamilien in ihrer Entwicklung über mehrere Jahrhunderte im Mittelpunkt. Der Fachaustausch zwischen Musikwissenschaftlern, Museologen, Interpreten, Instrumentenbauern und Restauratoren dreht sich um vielfältige Aspekte der Originalinstrumente sowie um die Entwicklung anspruchsvoller Nachbauten für die heutige Musikpraxis.

In den Konferenzen trifft dabei Musikwissenschaft und Instrumentenkunde auf Musikpraxis, so durch musikalische Beispiele innerhalb der Referate oder Konzerte im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Vorträgen.

Die Konferenzergebnisse werden in der Schriftenreihe „Michaelsteiner Konferenzberichte“ dokumentiert.

XLIV. Wissenschaftliche Arbeitstagung und
37. Musikinstrumentenbau-Symposium

Michael Praetorius: Innovationen – Traditionen – Theatrum Instrumentorum

Lecture Demonstrations • Referate • Konzert

8. bis 10. Oktober 2021

Michael Praetorius, lutherischer Klang-Performer und aufführungspraktischer Systematiker, veröffentlichte vor 401 Jahren zu dem 2. Band seines „Syntagma Musicum“ Abbildungen „fast aller ublichen Musicalischen Instrumente“. Aus diesem Anlass widmet sich die Konferenz der Musizierpraxis um 1600, welche der Hofkapellmeister, Orgelexperte und Musikmanager in seinen Kompositionen und theoretischen Schriften in einzigartiger Weise dokumentierte. Im internationalen Diskurs von Musikwissenschaftlern, Organologen und Musikern werden Werke und Leistungen von Michael Praetorius hinterfragt. Im Zeitgeist seiner Musikanschauung sowie der Wirkung und Verbreitung seiner Werke spiegeln sich spezifische Fragen der Aufführungspraxis sowie des Instrumenteneinsatzes und Instrumentenbaus wider.

Eine Konferenz in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz, dem Koninklijk Conservatorium Brussel und dem Conservatoire Supérieur National de Musique et de Danse de Lyon.

Impressionen von Referaten, vom Workshop und dem Konzert der Konferenz 2021

XLIV. Wissenschaftliche Arbeitstagung und
37. Musikinstrumentenbau-Symposium

Michael Praetorius: Innovationen – Traditionen – Theatrum Instrumentorum

Lecture Demonstrations • Referate • Konzert

(13. – 15. November 2020) neu: 8. – 10. Oktober 2021

Michael Praetorius, lutherischer Klang-Performer und aufführungspraktischer Systematiker, veröffentlichte vor 400 Jahren zu dem 2. Band seines „Syntagma Musicum“ Abbildungen „fast aller ublichen Musicalischen Instrumente“. Aus diesem Anlass widmet sich die Konferenz der Musizierpraxis um 1600, welche der Hofkapellmeister, Orgelexperte und Musikmanager in seinen Kompositionen und theoretischen Schriften in einzigartiger Weise dokumentierte. Im internationalen Diskurs von Musikwissenschaftlern, Organologen und Musikern werden Werke und Leistungen von Michael Praetorius hinterfragt. Im Zeitgeist seiner Musikanschauung sowie der Wirkung und Verbreitung seiner Werke spiegeln sich spezifische Fragen der Aufführungspraxis sowie des Instrumenteneinsatzes und Instrumentenbaus wider.

36. Musikinstrumentenbau-Symposium

Der Streichinstrumentenbau im sächsischen Vogtland
15. bis 17. November 2019

Anton Steck – Artist in Residence 2019

Legendär ist der Ruf italienischer Geigen aus Brescia oder Cremona. Ganz anders verhält es sich dagegen mit den Erzeugnissen aus dem sächsischen Vogtland, die oft noch ausschließlich mit preiswerter Massenproduktion in Verbindung gebracht werden. Diese Einschätzung wird allerdings der Bedeutung des vogtländischen Geigenbaus, der sich durch eine große internationale Ausstrahlung auszeichnet, nicht gerecht. Die Sammlung Michaelstein beherbergt mit etwa 180 Exemplaren eine erstaunlich große Anzahl an vogtländischen Streichinstrumenten. Aus diesem Grund wird sich das 36. Musikinstrumentenbau-Symposium dem Geigenbau im sächsischen Vogtland zuwenden.

​​​​​​​XLIII. Wissenschaftliche Arbeitstagung

Das Melodram in Geschichte und Aufführungspraxis
9. bis 11. November 2018

Ausgehend von historischen Entwicklungen des Melodrams als Gattungstypus mit gesprochener Sprache und Instrumentalmusik nähert sich die Tagung diesem Gegenstand von der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart aus der Perspektive der musikalischen Aufführungspraxis. Ausgewählte Aspekte werden im Zusammenwirken verschiedener Disziplinen in Diskurs gebracht. Dieser zielt in der Verbindung von Wissenschaften, Musikpraxis und Sprechkunst auch auf aktuelle künstlerische Realisierungen.

Diese Konferenz wird im Michaelsteiner Konferenzbericht 87 dokumentiert.
Link zu den Konferenzberichten

Titelliste der CD-Beilage „Das Melodram in Geschichte und Aufführungspraxis“.
Titelliste [PDF zum Download, 203 KB]

XLII. Wissenschaftliche Arbeitstagung

Populares und Popularität in der Musik
6. bis 8. Mai 2016

Anliegen dieser Tagung ist es, für die Musikkultur von der Mitte des 16. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Phänomene des Popularen in der Musik und der Popularität der Musik hinsichtlich ihrer Ausprägungen sowie ihrer Kontrast- und Assimilationsfelder zu hinterfragen: Musikwissenschaftliche und ästhetische, auf materiale Eigenschaften und Werke bezogene Ansätze werden konfrontiert und in Diskurs gebracht mit Prozessen um jeweils zeitgenössische Medien und Kommunikation als Kristallisationsmomente verschiedener Alltagspraxen und Schlüssel zum Verständnis für den Zuschreibungsprozess von Popularität. Dabei grenzt sich die Themengestaltung mit dem Fokus auf der artifiziellen Musik von der Volksmusik im Sinne der Musikfolklore ab.

Innerhalb dynamischer Wechselbeziehungen von Popularem und Popularität in der Musik versucht der Tagungsdiskurs auch, mit kulturgeschichtlichem Zugriff das weiter gefasste Erkenntnisinteresse auf die historische Aufführungspraxis als Kulturpraxis zu lenken.

XLI. Wissenschaftliche Arbeitstagung und
33. Musikinstrumentenbau-Symposium

Vom Serpent zur Tuba: Entwicklung und Einsatz der tiefen Polsterzungeninstrumente mit Grifflöchern und Ventilen
7. bis 9. November 2014

Michel Godard – Artist in Residence 2014

Das Kaleidoskop der Themen dieser Konferenz folgt in seiner Farbigkeit der Vielfalt des Instrumentenbaus. Es reicht von instrumentenkundlichen, ikonografischen und akustischen Kriterien über Ausführungen zum Repertoire und seinen Gattungsentwicklungen für Bläserkammermusik bis zu Abhandlungen zum Instrumenteneinsatz in Militärkapellen, Bläserensembles, Sinfonie- und Opernorchestern sowie Jazz-Bands. Betrachtet werden ebenso Zentren der Instrumentenherstellung und Vermarktung, der institutionalisierten Musikerbildung und Musikpflege mit ihren soziologischen Komponenten.

XXXVI. Wissenschaftliche Arbeitstagung

Zur Aufführungspraxis von Musik der Klassik

Michaelstein | 23. bis 25. Mai 2008

Musik der Klassik wirkt in ihrer Vollkommenheit zeitlos. Ihre Synthese von allgemeiner Verständlichkeit und herausgehobenem Anspruch schätzen Interpreten und Hörer gleichermaßen. Denn das Ideal klassischer Schönheit, in welchem Verstand und Gefühl, Inhalt und Form ausgewogen harmonieren, offenbart sich den Rezipienten damals und heute mustergültig und scheinbar unerschöpflich aus dieser Musik.

Verschiedene Ausprägungen von Musik der Klassik standen in der Tagung im Spiegel ausgewählter europäischer Zentren im Fokus, und in den interdisziplinären Beiträgen offenbarte sich diese Musik auch hier als Rezeptionsphänomen.
Ihren vollendeten Ausdruck findet die Musik der Klassik in der Klarinettenmusik. Im Klarinettenkonzert von Mozart erhob sich der flexible und anmutig singende Ton dieses Instruments auch innerhalb dieser Tagung in tiefgründiger Schönheit.

XXXIV. Wissenschaftliche Arbeitstagung

Zur Flötenmusik in Geschichte und Aufführungspraxis von 1650 bis 1850

Michaelstein | 5. bis 7. Mai 2006

Innerhalb ihrer europäischen Kulturgeschichte gehörten die zweihundert Jahre zwischen Mitte des 17. und Mitte des 19. Jahrhunderts zu den bewegendsten der Flötenfamilie. In der Kunstmusik treten in dieser Zeit Blockflöten als längsgeblasene Kernspaltflöten und Querflöten als kernspaltlose Flöten mit ihrer jeweils eigenen Spezifik in ein im 18. Jahrhundert kulminierendes, nachwirkendes Spannungsfeld.

Die Konferenz widmet sich der Auseinandersetzung mit diesem Gegenstand im Diskurs von Wissenschaft, Musikinstrumentenkunde und Musikpraxis. Sie reicht von semantischen Attributen, welche bis in die Antike zurückgehen, über den interkontinentalen Kulturtransfer und Entdeckungen aus europäischen Kulturzentren und adeligen Residenzen bis zu Kadenzgestaltungen in Konzerten und Quellenermittlungen für die gegenwärtige historische Aufführungspraxis. Dabei kommt Musik für Blockflöte, Czakan, Flageolet und Traversflöte zur Sprache.

XXXIII. Wissenschaftliche Arbeitstagung

Niederländisches und deutsches weltliches Lied von 1480 bis 1640

26. Musikinstrumentenbau-Symposium

Musikinstrumentenbauschulen im 16. Jahrhundert

6. bis 8. Mai 2005

Im europäischen Musikereignis des 16. Jahrhunderts wurden unter anderem eine Entwicklung von neuem kontrapunktischen Denken und Gattungsstilen, nationale und regionale Charakteristika und sich differenzierende Beziehungen zur Sprache, das Werden einer idiomatischen Instrumentalmusik, Ausprägung von Individualstil und Musikmarkt beobachtet. In ihm entwickelte das Gattungsfeld „Lied“ eine differenzierte, aber ungebrochene Faszination. Gleichzeitig fand in gegenseitiger Beeinflussung mit vokaler Interpretation die Instrumentalmusik ihren eigenen Stellenwert und verschiedene neue klangliche und spieltechnische, regionale, funktionale und soziale Komponenten prägten den Instrumentenbau.

Die Konferenz war verbunden mit dem anschließenden Jahrestreffen des Comité International des Musées et Collections d’Instruments de Musique (CIMCIM) zum Thema „The making of musical instruments from the perspective of economics“.