KlangZeitRaum

Dem Geheimnis der Musik auf der Spur

Interaktive Ausstellung

Von Anfang an erfüllte auch Musik die ehrwürdigen Klosterräume: Einst war es der Gesang der Zisterziensermönche, heute lassen hier die Gäste der Musikakademie und des Museums ihre Stimmen und Musikinstrumente erklingen. Mit den Zeiten veränderten sich jedoch die Klänge und Musikinstrumente. Diesem Wandel von KLANG – ZEIT – RAUM spürt die Musikausstellung anhand von Instrumenten aus vier Jahrhunderten in Europa nach.
 

Die Highlights

Die Musikmaschine des Salomon de Caus

Die Musikmaschine, eine wasserradbetriebene und stiftwalzengesteuerte Orgel mit einer zu bewegenden Nymphenfigur Galatea, ist ein Produkt aus der wissenschaftlich spannenden Umbruchzeit von der Renaissance zum Barock. Damals ersann der Universalgelehrte, Ingenieur und Gartenarchitekt Salomon de Caus (1576-1626) unter der Inspiration durch die Antike neue mechanische Objekte zum nützlichen oder unterhaltsamen Gebrauch. Im Trend des neuen, auf Naturgesetze beruhenden Weltbildes veröffentlichte er 1615 sein Werk „Von Gewaltsamen bewegungen. Beschreibung etlicher, so wol nutzlichen alß auch lustigen Machiner“, worin er auch die mit Hilfe von Wasser und Luft betriebene Musikmaschine dokumentierte. Ein vorgesehener Aufbau innerhalb der herrschaftlichen Gartenarchitektur in Heidelberg wurde durch die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges verhindert.

Der moderne Nachbau erfolgte 1998 in der RWTH Aachen unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Wilfried Führer in einem aufwändigen Forschungsprojekt auf der Grundlage der Publikation von 1615. Die Rekonstruktion konnte die praktische Funktionsfähigkeit von de Caus' fantasiereichen Beschreibungen beweisen. Durch sie wird insbesondere – und zum Vorteil für den heutigen Betrachter – einmal jene Technik und ihre Dimension sichtbar, welche in den historischen Anlagen und Grotten meist hinter Kulissen verborgen geblieben war.

Dieser Nachbau ermöglicht aber auch den Blick hinter die Kulissen auf die Technik, der wäre den Besuchern im ursprünglich dafür vorgesehenen Schlossgarten verwehrt geblieben. Von 2003 bis 2009 wurde er in Michaelstein in der alten Wirtschaftsscheune als besondere Attraktion gezeigt. Nach dem Umbau zur Musikscheune bekam die Musikmaschine 2017/18 ein eigenes Gebäude auf dem Wirtschaftshof.

Die Eröffnung der neuen Präsentation erfolgt am 7. April 2019.