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Die Arbeit in den Bereichen Aufführungspraxis:
Musikpädagogik / Musikforschung und Musikinstrumentensammlung
stellt eine der Grundlagen des Institutes für Aufführungspraxis
dar. Musizierpraktische Fragen zur Interpretation von Werken aus der
1. Hälfte des 18. Jahrhunderts führten im Jahr 1972 zur ersten
internationalen wissenschaftlichen Begegnung. Seitdem pflegt das Institut
in jedem Jahr den Disput von Musikwissenschaftlern und Musikpraktikern
zu Themen der Aufführung von Barockmusik. Gerade die barockmusikalisch
so reiche Region Mitteldeutschland erfordert zur Aufarbeitung ihrer
Einflüsse, aufführungspraktischen Traditionslinien und Auswirkungen
Podien der wissenschaftlichen Diskussion.
Die Michaelsteiner Sammlung von historischen Musikinstrumenten ist Hintergrund
für die seit 1981 jährlich stattfindenden Symposien zum Musikinstrumentenbau.
Diese behandeln jeweils wechselnde Instrumentenfamilien in ihrer Entwicklung
und profilieren die instrumentenkundliche Auseinandersetzung in der
Sammlungsbetreuung. Der Gedankenaustausch zwischen Musikwissenschaftlern,
Museologen, Interpreten, Instrumentenbauern und Restauratoren ist ein
wichtiges Bindeglied in der interdisziplinären Kommunikation. Aspekte
zum Bau, der Akustik und der Restaurierung überlieferter Originalinstrumente
besitzen für die historische Aufführungspraxis einen hohen
Stellenwert. Die Verbindung von historischen, angewandten und systematischen
musikwissenschaftlichen Arbeitsfeldern mit der Praxis wird in diesem
Rahmen von der internationalen Fachwelt sehr geschätzt.
Ihre Dokumentation finden die Ergebnisse der Arbeitstagungen und Symposien
durch die Publikation in der Schriftenreihe "Michaelsteiner
Konferenzberichte". Darüber hinaus bietet die Publikationsreihe
"Michaelsteiner Forschungsbeiträge"
die Möglichkeit, Fragen der Aufführungspraxis zu behandeln
und den aktuellen Wissensstand zu vermitteln.
Weitere Schwerpunkte der mitteldeutschen Landschaftsforschung
sind die regionale Musikkultur von Blankenburg als Stadt und ehemalige
Residenz des Herzogtums von Braunschweig-Lüneburg sowie in ihrem
regionalgeschichtlichen Kontext fortwirkende Komponisten wie Georg Philipp
Telemann, Johann Friedrich Fasch oder der etwas unbekanntere Gottfried
Heinrich Stölzel. Zur Erschließung seiner Leistungen soll
mittelfristig das am Institut entstehende Verzeichnis der Werke von
Gottfried Heinrich Stölzel beitragen.
Bisher kaum beachtete Werke werden durch umfassende Projekte wieder
erlebbar. Dies beginnt bei der Quellenermittlung und der Quellenbewertung,
führt über neu hergestelltes Notenmaterial zu Konzerten und
reicht bis zu CD-Aufnahmen mit international anerkannten Interpreten.
Zukünftig ermöglicht die Noteneditionsreihe "Michaelsteiner
Musikarchiv", diese aus der wissenschaftlichen und aufführungspraktischen
Arbeit des Musikinstitutes hervorgehende Kompositionsauswahl unter wissenschaftlichen
Kriterien für die Praxis zu edieren.
In Kooperation mit Partnern aus Kultur und Medien wurden dadurch neben
einigen Einzelwerken u.a. folgende Werke oder Sammlungen neu zugänglich:
Andreas Hammerschmidt - Kirchen- und Tafelmusik, Gottfried Heinrich
Stölzel - Kantaten zu Pfingsten aus dem Kantatenjahrgang 1736/37,
Georg Philipp Telemann - Der Messias, Georg Gebel - Weihnachtsoratorium
und Neujahrsoratorium. Hervorhebenswert ist hierbei die Förderung
einzelner Vorhaben durch die Ständige Konferenz Mitteldeutsche
Barockmusik.
Eng mit der institutionellen Musikforschung verbunden, besitzen diese
Projekte einen besonderen Stellenwert im eigenen Konzert- und Weiterbildungsangebot.
Sie folgen dem Anliegen der Stiftung, musikalisches Erbe aufzuarbeiten,
zu erforschen und zu bewahren.
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